Sichtbarkeit Ortsgebiet Kammern
- 17. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 25. Apr.
Nahezu das gesamte Gemeindegebiet der Marktgemeinde Kammern ist in erheblichem Ausmaß von der Sichtbarkeit der Windräder in der geplanten Eignungszone betroffen. Durch den geplanten Bau am Bergrücken von St. Michael bis Kammern würden die Windkraftanlagen das Landschaftsbild erheblich verändern und wären über das gesamte Tal hinweg von nahezu jedem bewohnten Bereich aus zu sehen – sowohl bei Tag als auch bei Nacht durch blinkende Flugwarnlichter.
Ortszentrum und Wohngebiete
Das Ortszentrum von Kammern sowie angrenzende, beliebte Wohngebiete im Bereich Kalvarienbergweg, Hochweg und Hochstraße sind besonders von der Sichtbarkeit der Windräder betroffen. Der Abstand zur geplanten Eignungszone beträgt hier teils weniger als 2 km, und die Windkraftanlagen würden in ihrer Gesamtheit den Bergrücken überragen. Insbesondere in Wohngebieten mit erhöhter Lage würden sämtliche, bis zu 15 geplante Windräder sichtbar sein.


Höhenprofil – Wie viel ist von einem Windrad sichtbar?
Der Ortskern von Kammern liegt auf 672 Metern Seehöhe. Die geplante Eignungszone Kammern/Steineck erstreckt sich in einem Höhenbereich von rund 1.000 bis 1.300 Metern entlang des südlichen Bergrückens. Vorgelagerte Erhebungen können bei sorgfältiger Planung den Blick auf Windräder aus dem Ortsgebiet oftmals verdecken; als positives Beispiel kann hier die Windanlage Silbersberg bei Trofaiach genannt werden. Zur Beurteilung werden Höhenprofile analysiert und Sichtbarkeitsanalysen durchgeführt. Für das Ortszentrum von Kammern zeigt sich jedoch, dass die Windkraftanlagen in der geplanten Eignungszone in ihrem vollen Ausmaß sichtbar sein würden.
Bereits bei derzeit in Umsetzung befindlichen Windparks in der Steiermark werden große Anlagen, etwa des Typs Vestas V162/V150, mit einer Gesamthöhe von bis zu 240 m errichtet. Die Anlagenhöhe und der Rotordurchmesser dürften künftig weiter zunehmen. Laut ersten Vorinformationen eines Projektwerbers sollen im Bereich Steineck/Kammern aufgrund der örtlichen Gegebenheiten und des bewaldeten Gebiets besonders hohe Windkraftanlagen errichtet werden, die die Marke von 300 m überschreiten könnten.
Wenn man in der Analyse von konservativen 240 m ausgeht, wird der Bergrücken somit um mehr als 50 Prozent von den Bauwerken überragt werden.

Wie viele Windräder wären sichtbar?
Die Frage nach der Sichtbarkeit ist nicht nur für den visuellen Eindruck bei Tageslicht von hoher Relevanz, sondern insbesondere auch im Hinblick auf die rot blinkenden Warnlichter für den Flugverkehr, die jedes Großwindrad aufweist. Diese sogenannten Flugwarnlichter oder Gefahrenfeuer befinden sich auf der Gondel, also dem Maschinenhaus der Windturbine. Beim betrachteten Modell liegt diese auf etwa 160 m Höhe.
Die Analyse des Höhenprofils im Umkreis von 8 km zeigt, dass die gesamte Eignungszone vom Ortskern von Kammern (Standort Kalvarienbergweg) aus sichtbar wäre. Dadurch wären bis zu 15 Windkraftanlagen sowohl am Tag als auch in der Nacht klar sichtbar.
Zur Erklärung:
Die hellen Bereiche auf der Karte kennzeichnen die vom Standort aus sichtbaren Erhebungen
der gelblich unterlegte Bereich zeigt die geplante Eignungszone
der rote Punkt markiert den Betrachtungsstandort




