top of page

Schattenwurf im Liesingtal

  • 19. Apr.
  • 3 Min. Lesezeit

Die geplante Eignungszone für Windkraftanlagen Steineck/Kammern erstreckt sich entlang des gesamten Bergrückens – von St. Michael über Traboch bis an das Ende des Gemeindegebiets von Kammern. Der Bergrücken liegt südlich des Liesingtals und bildet in den Wintermonaten eine natürliche Schattengrenze: Die tief stehende Sonne steigt nur knapp über den Kamm, sodass dahinterliegende Teile des Tals bereits im Schatten liegen. Dies gilt nicht nur für Randzeiten des Tages sondern auch für die Mittagszeit.


Schattenwurf durch Windräder

Jedes Bauwerk, das diese natürliche Schattengrenze überragt, erzeugt zusätzlichen und vor allem weit ins Tal reichenden Schatten. In konservativer Annahme würden die Windräder den Bergrücken um bis zu 240 m überragen. Zum Vergleich: Diese Größenordnung entspricht in etwa der Höhe des Donauturms, des höchsten Bauwerks Österreichs.


Bei einer geplanten Anzahl von bis zu 15 Anlagen dieser Dimension verändert sich der natürliche Schattenverlauf im Tal deutlich. Insbesondere in den Wintermonaten (November bis Jänner) tritt über weite Teile des Tages eine zusätzliche, wiederkehrende Schattenbelastung im Tal auf, die zu einer spürbaren Beeinträchtigung der natürlichen Lichtverhältnisse in Siedlungsgebieten führen kann.


 Simulation Windkraftanlagen in der Eignungszone; Aufnahmestandort: Dirnsdorferweg, Seiz, Aufnahme vom 11.01.26 (Hinweise zur Datengrundlage)
 Simulation Windkraftanlagen in der Eignungszone; Aufnahmestandort: Dirnsdorferweg, Seiz, Aufnahme vom 11.01.26 (Hinweise zur Datengrundlage)
Visualisierung der Größenverhältnisse zwischen Windkraftanlagen und markanten Bauwerken in Österreich
Visualisierung der Größenverhältnisse zwischen Windkraftanlagen und markanten Bauwerken in Österreich

Schattenwurf-Simulation

Um die Beeinträchtigungen durch den Schattenwurf von Windkraftanlagen zu veranschaulichen, werden Schattenwurf-Simulationen durchgeführt. Diese zeigen auf Basis von Standort, Anlagenhöhe und Sonnenstand, wie sich die Schatten im Tages- und Jahresverlauf ausbreiten und welche Siedlungsgebiete und Freiflächen davon betroffen sind.


Für die geplante Eignungszone wurde der Schattenwurf anhand von zwei möglichen Anlagenstandorten simuliert. Diese zeigen nur einen Teil der zu erwartenden Auswirkungen, da bei einer Realisierung von bis zu 15 Windkraftanlagen eine entsprechend umfassendere und kumulative Schattenwirkung entsteht.


Auswirkung Schattenwurf Gemeindegebiet Kammern, 15. November bis 1. Februar

Schattensimulation (SunCalc.org); Standort Windkraftanlage: 47.39398° N, 14.91592° E; Anlagenhöhe: 240 m über Grund; Referenz-Zeitpunkte: 15.11., 21.12., 15.01., 01.02.
Schattensimulation (SunCalc.org); Standort Windkraftanlage: 47.39398° N, 14.91592° E; Anlagenhöhe: 240 m über Grund; Referenz-Zeitpunkte: 15.11., 21.12., 15.01., 01.02.

Auswirkung Schattenwurf Gemeindegebiet Traboch, 15. November bis 1. Februar

Schattensimulation (SunCalc.org); Standort Windkraftanlage: 47.35978° N, 14.97647° E; Anlagenhöhe: 240 m über Grund; Referenz-Zeitpunkte: 15.11., 21.12., 15.01., 01.02.
Schattensimulation (SunCalc.org); Standort Windkraftanlage: 47.35978° N, 14.97647° E; Anlagenhöhe: 240 m über Grund; Referenz-Zeitpunkte: 15.11., 21.12., 15.01., 01.02.

Die Simulation der beiden möglichen Standorte zeigt, dass im Zeitraum vom 15. November bis 1. Februar täglich zwischen etwa 08:00 und 16:00 Uhr Schattenwurf durch die Windräder bis in die Ortskerne und darüber hinaus auftreten kann. Betroffen sind dabei nahezu sämtliche bewohnte Gebiete der Gemeinden Traboch und Kammern.


Zu beachten ist, dass diese Darstellung auf der Simulation von lediglich zwei möglichen Standorten beruht. Für die geplante Eignungszone sind allerdings bis zu 15 Windräder vorgesehen, sodass die gezeigten Ergebnisse nur einen Teil der Gesamtbelastung abbilden.


Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass in den Wintermonaten die Dunkelheit früher einsetzt. Damit beginnen auch die rot blinkenden Hindernislichter früher zu leuchten und bleiben entsprechend länger sichtbar. In der Gesamtbetrachtung ergibt sich in einem Zeitraum von knapp einem Viertel des Jahres eine durchgehende Belastungssituation über den gesamten Tagesverlauf hinweg.


Flackernder Schattenschlag durch Rotorblätter

Der Schatten einer Windkraftanlage ist kein statischer, klar umrissener Schatten wie bei einem Gebäude, sondern ein sich ständig veränderndes, bewegtes Muster. Durch die Rotation der Rotorblätter entsteht ein periodisch auftretender flackernder bzw. stroboskopartiger Schattenwurf. Dieser wird häufig als pulsierend, rhythmisch unterbrochen oder flimmernd wahrgenommen und wird aufgrund seiner unruhigen, in der Intensität wechselnden Wirkung als visuell störend empfunden.


Für den Menschen stellen diese wiederkehrenden visuellen Reize eine Form der Belastung dar, insbesondere wenn sie über längere Zeiträume auftreten.


Sichtbarkeit der Windräder in den Ortsgebieten

Um die allgemeine visuelle Auswirkung von Windrädern in der geplanten Eignungszone besser nachvollziehen zu können wurden für jedes betroffene Ortsgebiet Simulationen durchgeführt:

 
 
Kammern-Steineck-Windräder.jpg

Wohn- & Lebensraum Liesingtal schützen

bottom of page