Risiko für Trinkwasserversorgung
- 13. Juli
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Im betroffenen Höhenrücken der geplanten Eignungszone Steineck-Kammern liegen die Einzugsgebiete mehrerer Trinkwasserquellen – darunter Quellen der öffentlichen Wasserversorgung der Gemeinde Traboch.

Eine aktuelle hydrogeologische Hinweisstudie (Juni 2026) des Geologen Dr. Peter Baumgartner hat insgesamt acht Quellbereiche mit neun einzelnen Quellen beziehungsweise Quellfassungen auf beiden Seiten des Steineck-Kammes untersucht. Das Ergebnis ist alarmierend: Mehrere dieser Quellen weisen eine hohe bis sehr hohe Empfindlichkeit gegenüber Eingriffen im Gelände auf.
Kluftgrundwasserquellen besonders empfindlich
Nach den Ergebnissen der Studie reichen die Einzugsgebiete der untersuchten Quellen bis zum Kamm des Steinecks – also genau in jenen Bereich, der vom Land Steiermark als Windkraft-Eignungszone ausgewiesen werden soll.
Das Wasser bewegt sich dort vor allem durch Klüfte und Störungszonen im Gestein. Eine mächtige, schützende Bodenschicht fehlt weitgehend. Solche sogenannten Kluftgrundwasserquellen können besonders empfindlich auf Bauarbeiten, Erschütterungen oder Veränderungen der Boden- und Waldstruktur reagieren. Ein Eingriff an einer Stelle kann sich daher auch auf Quellen auswirken, die weiter entfernt oder auf der anderen Seite des Kammes liegen.

Mehrere Quellen bereits heute kritisch geschwächt
Besonders problematisch ist, dass einige der betroffenen Quellen bereits heute nur noch geringe oder langfristig abnehmende Wassermengen liefern.
Die in der Studie ausgewerteten Messungen der Jahre 2015 bis 2026 zeigen bei allen sechs untersuchten Quellen der Wasserversorgung Traboch einen langfristigen Rückgang der Quellschüttung. Mehrere Quellen unterschreiten im Jahr 2026 bereits den als kritisch bezeichneten Wert von 0,5 Litern pro Sekunde.
Auch eine Quelle des Tourismusbetriebs LUXGUT/Humer auf der Südseite des Kammes wird mit rund 0,45 Litern pro Sekunde als kritisch niedrig eingestuft.
Bei solchen Wassermengen können bereits vergleichsweise kleine zusätzliche Veränderungen der Grundwasserneubildung für die Versorgung relevant werden.
Risiken durch Bau- und Erschließungsarbeiten
Besonders kritisch sind daher die umfangreichen Bau- und Erschließungsarbeiten zur Errichtung von Windkraftanlagen zu sehen:
Sprengungen und Erschütterungen bei der Fundamentherstellung
Großbohrungen und tiefe Eingriffe in den Untergrund
neue Forst- und Zufahrtsstraßen
Bodenverdichtung durch schwere Baumaschinen
große Kranstellflächen
Rodungen und der Verlust der natürlichen Waldhydrologie
Schwerlasttransporte
Veränderungen der Schneespeicherung und Schneeschmelze
Diese Eingriffe beschränken sich nicht auf die Standorte einzelner Windräder. Sie betreffen einen großen Teil des gesamten Kammbereichs.

Gerade bei stark geklüftetem Gestein lässt sich nicht zuverlässig ausschließen, dass Erschütterungen oder Baumaßnahmen bestehende Wasserwege verändern. Quellen könnten dadurch weniger Wasser führen, zeitweise versiegen oder qualitativ beeinträchtigt werden.
Trinkwasserschutz muss höchste Priorität haben
Selbst im Umweltinformationsschreiben der zuständigen Abteilung 17 des Landes Steiermark werden mögliche negative Auswirkungen auf Oberflächengewässer und Quellen als relevantes Prüfthema genannt.
Doch Trinkwasserschutz darf nicht erst irgendwann in einem späteren Projektverfahren behandelt werden. Bereits bei der grundsätzlichen Ausweisung einer Windkraft-Eignungszone muss geklärt sein, ob der Standort überhaupt mit der langfristigen Sicherung der Wasserversorgung vereinbar ist.
Eine Fläche kann kaum als Gebiet mit geringem Konfliktpotenzial bezeichnet werden, wenn sie im Einzugsbereich hoch empfindlicher und teilweise bereits geschwächter Trinkwasserquellen liegt.



