Windenergiepotenzial: „Standort Steineck-Kammern nicht geeignet“
- 13. Juli
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Das Errichten von Windkraft-Anlagen in der geplanten Eignungszone Steineck-Kammern wäre eine massive Beeinträchtigung für den Siedlungsraum, das Wald- bzw. Erholungsgebiet sowie eine Bedrohung für das angrenzende Naturschutzgebiet. Dem gegenüber steht eine nicht nachvollziehbare Einstufung des Landes in punkto Windenergieerzeugung, wie aktuelle Windkarten und Experten festhalten:
„Aus den Datengrundlagen kann jedenfalls keine sehr gute Eignungsbewertung bezüglich Windenergiepotenzial für den Standort Steineck-Kammern abgeleitet werden; einerseits wegen der relativ niedrigen Seehöhe von ca. 1.200 Metern und andererseits wegen orographischer Effekte – wie z.B. vorgelagerte Bergrücken in Richtung Kalwang, weil sich damit aufgrund von Verwirbelungen Strömungsverluste einstellen“, erklärt Reinhold Lazar, emeritierter Professor am Institut für Geographie und Raumforschung der Universität Graz, der 2012 selbst im Auftrag des Landes eine Windpotenzialkarte für die Steiermark erarbeitet hat.

Datengrundlagen zeigen: Zu wenig Windpotential
Die Windpotenzialkarte 2026 von GTIF Austria weist für den Bereich Steineck Werte von 4 m/s (100 Meter über Grund) aus. Dies ist für ein großtechnisches Windkraftprojekt als deutlich windschwach zu bewerten und liegt erheblich unter dem in österreichischen Potenzial- und Fördermodellen herangezogenen Bereich wirtschaftlich nutzbarer Windstandorte von etwa 5,5 bis 7,5 m/s. Aufgrund der oben angeführten lokalen Faktoren bewertet Professor Lazar selbst den Wert von 4 m/s als „noch zu hoch veranschlagt.“ Gegenüber der Kronen Zeitung fasst Lazar am 3. Juni 2026 wie folgt zusammen: „Der Standort Steineck-Kammern ist für Windkraftanlagen nicht geeignet. Die Datengrundlagen zeigen, dass es dort einfach zu wenig Windpotenzial gibt.“

Die Fehleinstufung des Landes Steiermark für den Standort Steineck-Kammern dürfte auf einer nicht geeigneten Datengrundlage beruhen: laut Auskunft des Landes wurde die Windfeldbibliothek Steiermark 2017 herangezogen; diese dient in erster Linie dazu, die Ausbreitung von Luftschadstoffen und Geruchseinwirkungen zu simulieren, nicht primär zur Beurteilung von Windenergiepotenzial.



