Sichtbarkeit Ortsgebiet St. Michael
- 19. Apr.
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Aktualisiert: 25. Apr.
Nahezu das gesamte Gemeindegebiet der Marktgemeinde St. Michael ist in erheblichem Ausmaß von der Sichtbarkeit der Windräder in der geplanten Eignungszone betroffen. Durch den geplanten Bau am Bergrücken von St. Michael bis Kammern würden die Windkraftanlagen das Landschaftsbild erheblich verändern und wären über das gesamte Tal hinweg von nahezu jedem bewohnten Bereich aus zu sehen – sowohl bei Tag als auch bei Nacht durch blinkende Flugwarnlichter.
Ortszentrum und Wohngebiete
Das Ortszentrum von St. Michael, sowie angrenzende Wohngebiete im Bereich Hauptstraße, Aiching und Ruthenenweg wären besonders von der Sichtbarkeit der Windräder betroffen. Der Abstand zur geplanten Eignungszone beträgt hier zwischen 2 km und 3 km, und die nächstgelegenen Windkraftanlagen würden in ihrer Gesamtheit den Bergrücken überragen. Insbesondere in Wohngebieten mit erhöhter Lage wären bis zu 9 Windräder sichtbar.

Höhenprofil – Wie viel ist von einem Windrad sichtbar?
Der Ortskern von St. Michael liegt auf rund 580 Metern Seehöhe. Die geplante Eignungszone Kammern/Steineck erstreckt sich in einem Höhenbereich von rund 1.000 bis 1.300 Metern entlang des Bergrückens. Vorgelagerte Erhebungen können bei sorgfältiger Planung den Blick auf Windräder aus dem Ortsgebiet oftmals verdecken; als positives Beispiel kann hier die Windanlage Silbersberg bei Trofaiach genannt werden. Zur Beurteilung werden Höhenprofile analysiert und Sichtbarkeitsanalysen durchgeführt. Für das Ortszentrum von St. Michael zeigt sich jedoch, dass die Windkraftanlagen in der geplanten Eignungszone in ihrem vollen Ausmaß sichtbar sein würden.
Bereits bei derzeit in Umsetzung befindlichen Windparks in der Steiermark werden große Anlagen, etwa des Typs Vestas V162/V150, mit einer Gesamthöhe von bis zu 240 m errichtet. Die Anlagenhöhe und der Rotordurchmesser dürften künftig weiter zunehmen. Laut ersten Vorinformationen eines Projektwerbers sollen im Bereich Steineck/Kammern aufgrund der örtlichen Gegebenheiten und des bewaldeten Gebiets besonders hohe Windkraftanlagen errichtet werden, die die Marke von 300 m überschreiten könnten.
Windräder im nächstgelegenen Bereich der geplanten Eignungszone zum Ortskern hätten bei konservativ angenommener Anlagenhöhe von 240 m etwa die halbe Höhe des sichtbaren Bergrückens, und würden diesen aus Sicht des Ortsgebierts nahezu vollständig überragen.

Wie viele Windräder wären sichtbar?
Die Frage nach der Sichtbarkeit ist nicht nur für den visuellen Eindruck bei Tageslicht von hoher Relevanz, sondern insbesondere auch im Hinblick auf die rot blinkenden Warnlichter für den Flugverkehr, die jedes Großwindrad aufweist. Diese sogenannten Flugwarnlichter oder Gefahrenfeuer befinden sich auf der Gondel, also dem Maschinenhaus der Windturbine. Beim betrachteten Modell liegt diese auf etwa 160 m Höhe.
Die Analyse des Höhenprofils im Umkreis von 8 km zeigt, dass der Großteil der geplanten Eignungszone vom Ortskern von St.Michael (Standort Volkshaus) aus sichtbar ist. Dadurch wären bis zu 9 Windkraftanlagen sowohl am Tag als auch in der Nacht klar sichtbar.
Zur Erklärung:
Die hellen Bereiche auf der Karte kennzeichnen die vom Standort aus sichtbaren Erhebungen
der gelblich unterlegte Bereich zeigt die geplante Eignungszone
der rote Punkt markiert den Betrachtungsstandort




